Field Diaries
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(c) Reinhard Braun













Field Diary Juli 2025 / julija 2025










































Field Diary Juni 2025 / junija 2025
























Bad Eisenkappel für Anfänger / Železna Kapla za začetnike
Nach einem ersten Treffen aller Pilotpartner im April 2025 fanden im Mai 2025 die ersten Orientierungsgespräche mit den Partner:innen des Projekts TRANSFORMATOR im Raum Bad Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela statt: im Museum Peršman, mit dem slowenischen Kulturverein Zarja, dem Kulturverein a-Zone, mit Betreibern der lokalen Topothek und der Galerie Vorspann/Galerija Vprega.
Die ersten Bilder für die Topothek Bad Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela wurden 2022 gescannt – im Juni des selben Jahres ging sie mit 249 Bildern online, am Ende des Jahres waren es bereits 1.000 historische Fotografien. Derzeit sind knapp über 3.000 Aufnahmen und Filme in der Topothek abrufbar, mit annähernd 1.000 Fotos, die ihrer Veröffentlichung harren …
An Besten jedoch ist es, die Region Bad Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela aus den Gräben her kommend zu entdecken, um die besondere geografische Lage nachvollziehen zu können, um die lange Auseinandersetzung zwischen Zentrum und Peripherie zu erahnen, die auch mit den Auseinandersetzungen zwischen den Sprachgruppen zusammenhängt. »Das Verhältnis des Marktbürgertums zu den Bewohnern der umliegenden Gräben war über Jahrhunderte von sozialer, kultureller und sprachlicher Ab- und Ausgrenzung geprägt.« (Brigitte Busch 1993)
Wer den Weg zum Peršmanhof findet, weit oben in Koprein-Petzen/Pod Peco, kurz vor dem Luschasattel/Sedlo Luže auf fast 1.300 Meter Seehöhe, bekommt einen Eindruck von der besonderen Topografie der Gegend, auch von der Abgeschiedenheit dieser an den Hängen des Grabens verstreuten Höfe. Der Ausblick vom Peršmanhof ist atemberaubend, der Blick reicht bis zu den Steiner-Alpen/Kamnikško-Savinjske Alpe. Gleichzeitig befindet man sich dort am Ort eines der wohl schrecklichsten Endphaseverbrechen des Zweiten Weltkriegs: der Ermordung von 11 Angehörigen der Familien Sadovnik und Kogoj, davon 7 Kinder am 25. April 1945 durch Mitglieder des Polizei- und SS-Regiments 13. Das Verbrechen selbst und die historischen und politischen Kontexte sind im Hof selbst, der zugleich Gedenkstätte und Museum ist, in einer 2012 aktualisierten Ausstellung umfangreich präsentiert.






Etwas oberhalb des Peršmanhofs, direkt am Luschasattel/Sedlo Lužedes steht die von Florian Sadounig vlg Riepl für alle Religionen erbaute Unionskirche.
Der Weg zurück führt durch Koprein-Petzen/Pod Peco Richtung Lepena, vorbei am Vinkl-Hof – Sitz des Vereins a-Zone und bereits vor dem 1. Weltkrieg Ort von Theateraufführungen – und vorbei an der Pečnik-Wiese/Pečnikov travnik zur Volksschule/Ljudska šola, in der Willi Ošina einen Verein für die Erhaltung des ländlichen Raumes betreibt und Vorträge, Literaturabenden und Lesungen, hin und wieder Konzerte und Filme und mehr veranstaltet. In der Topothek Bad Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela findet sich ein Bild vom Tag der Eröffnung der Schule im Jahr 1955 (Aufnahme: Jamelnik Otto). Zuvor fand der Unterricht ab 1934 in der Keber-Schule / Kebrova šola statt.


Zurück in Bad Eisenkappel/Železna Kapla befinden sich am Hauptplatz, einander gegenüber, die Räumlichkeiten der Vereins Zarja in der Passage/pasaža zur Promenade Richtung Vellach/Bela und die Galerie Vorspann/Galerija Vprega, gegründet 2004.
Der slowenische Kulturverein Zarja feierte 2007 sein 100-jähriges Bestehen und richtete ab 2006 am Hauptplatz einen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, das »Forum Zarja«, ein. Ab 2020 übersiedelte das Forum in die zuvor aufwändig restaurierten Räumlichkeiten des jetzigen Standortes in der Coppl-Passage. Der Innenhof liegt an der Rückseite des ehemaligen Bezirksgerichts, in dessen Kerker auch viele Slowen:innen seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten inhaftiert waren, um anschließend deportiert zu werden. Endlich im Zentrum des Ortes angekommen war für den Kulturverein der Zeitpunkt gekommen, sowohl die eigene Geschichte und deren Spuren aufzuarbeiten als auch im weiteren Programm die Geschichte und Gegenwart der Kunst und Kultur der slowenischen Volksgruppe in eine gemeinsame lokale Vision zu überführen.



Die Galerie Vorspann/Galerija Vprega wiederum befindet sich im ehemals leerstehenden »Böhm-Haus«, in dem früher die Pferde untergebracht waren, die die Fuhrwerke »vorspannen« mussten, um den steilen Weg über den Seebergsattel zu schaffen – gegen Gebühr natürlich. Da das Galerieprojekt seit 2001 zunächst mit regelmäßigen Filmvorführungen im Anschluss an die wechselhafte Geschichte der Kinokultur im Ort begann, hat der Name »Vorspann« eine doppelte Bedeutung für die Galerie. Seit 2004 werden Ausstellungen mit einem Schwerpunkt auf Kärntner und österreichischen Künstler:innen, aber auch in Kooperation mit Institutionen aus dem Alpe-Adria-Raum gezeigt.


Zwischen Forum Zarja und Galerie Vorspann/Galerija Vprega sollte Zeit sein für eine Kaffee und die ausgezeichneten Süßspeisen in der Bäckerei Reinwald! Und für einen Abstecher zum legendären »Hotel Obir«, das gerade in ein Wohnhaus umgebaut wird.
Ums Eck am Vorplatz der Kirche betreibt der Verein Zarja auch den Pfarrsaal, der Ende Mai endlich seine zweisprachige Beschriftung erhalten wird und wo sich auch eine umfangreiche Bibliothek slowenischer Literatur befindet, die jeden Samstag besucht werden kann.




An der Fassade des Pfarrsaals erinnert eine Tafel an die 1886 in Bad Eisekappel/Železna Kapla geborene Botanikerin und Naturschützerin Angela Piskernig, die das das KZ Ravensbrück überlebte Die Kärntner Slowenin setzte sich bis zu ihrem Tod 1967 in Ljubljana für die slowenische Volksgruppe in Kärnten ein. Diese bemerkenswerte Frau ruft nochmal das Denkmal am Peršmanhof in Erinnerung, das ursprünglich 1947 in Völkermarkt//Velikovcu errichtet, 1953 gesprengte und 1982 an seinem heutigen Ort wider aufgestellt wurde – die Partisanin inmitten der beiden Männer erinnert wie Angela Piskernig daran, dass auch die Frauen ihren Anspruch auf einen Platz in der Geschichte gestellt haben und stellen, dass auch sie historische und politische Subjekte waren und sind und aktiv Geschichte gestalten (Lisa Rettl).
to be continued …
